Blog „Aus- und Weiterbildung“

Verfasst von Dr. Ole Wintermann

Selbsteinschätzung zur eMaturity: Fragebogenentwurf als offenes Dokument verfügbar

Parallel zum schon beschriebenen anstehenden Aufbau eines Web-Portals zur Weiterbildung im Erwachsenenbereich, den wir gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Weiterbildung durchführen werden, entwickeln wir auf Basis der bereits aus dem Hochschulsektor bekannten Methode des Self-Assessments im Rahmen eines EU Projektes ein entsprechendes Tool für Weiterbildungsanbieter. Dieses soll später auf einer EU weiten Plattform für Weiterbildung (EPALE) verlinkt werden.

Ziel dieses Instruments soll es sein, im Zuge einer Befragung und eines einfachen Fakten-Checks weiterbildenden Institution die Möglichkeit anzubieten festzustellen, wie weit die eigenen Kompetenzen bei der Nutzung digital basierter Methoden (ICT = Information- and Communication Technology) fortentwickelt sind und wie man sich selbst im Vergleich zu anderen Institutionen einordnen kann. Damit soll die Möglichkeit angeboten werden, bereits vorhandene Stärken transparent heraus zu stellen und mögliche Schwächen in der Anpassung an ICT-basierte Methoden rechtzeitig zu erkennen.

FotoDesktop

Ein klassischer Desktop-PC: Ist das die Digitalisierung der Bildung, von der Alle sprachen?

Um aber nicht nur am Ende eines längeren Entwicklungsprozesses mit einem Tool auf der Bildfläche zu erscheinen, dass eventuell komplett den Bedürfnissen der weiterbildenden Institutionen vorbei entwickelt wurde, wollen wir auch jetzt wieder rechtzeitig offene Fragen in den Raum stellen (wir sind jederzeit über die Kommentarfunktion, unsere Facebook-Gruppe, unsere Google Gruppe oder den Twitter-Hashtag #BSTLL erreichbar und für jede Rückmeldung zum Fragebogen dankbar).

Anbei habe ich mal den derzeitigen Entwicklungsstand des Fragebogens zum Self Assessment aufgeführt. Dabei waren vor allem folgende Fragen relevant:

  1. Soll oder kann perspektivisch weiter zwischen weiterbildender Institution und Weiterbildner unterschieden werden?

  2. Soll oder kann zwischen digital basierten traditionellen Lernmethoden und spezifisch der Digitalisierung geschuldeten neuen Methoden unterschieden werden?

  3. Welcher der u.g. großen abgefragten Bereiche ist am Ende am relevantesten?

  4. Wo gibt es mit Blick auf die Dimension der Digitalisierung eventuelles Streichpotenzial

Die folgenden Fragebereiche sind die aus unserer Sicht relevanten Bereiche, die bei der Selbsteinschätzung der sogenannten eMaturity im Vordergrund stehen könnten. Die Operationalisierung der Fragebereiche in entsprechende Fragen, die man dann konkret beantworten kann, steht natürlich noch aus. Wir möchten allen Leserinnen und Leser des Posts auch die Möglichkeit geben, direkt im Text zu antworten Ergänzungen und Anpassungen vorzunehmen. Wir haben daher den Entwurf hier verlinkt. Sie können jederzeit anonym oder aber angemeldet im Text arbeiten oder aber uns über die o.g. Accounts direkt ansprechen.

Entwurf des Fragebogens zum Self Assessment

(Zielgruppe im ersten Entwicklungsschritt: Weiterbilungsinstitutionen)

Einordnung der weiterbildenden Institution in den externen Handlungsrahmen

  • Welchem Weiterbildungsbereich ist der Weiterbildungsanbieter zuzuordnen?

  • Welches sind die wichtigsten Vertreter von Erwachsenenbildung? (Auflistung verschiedener Themenbereiche?

  • Eckpfeiler des nationalen rechtlicher Rahmens?

  • Finanzielles Fundament?

  • Digitale Infrastruktur bzw. Akzeptanz der Digitalisierung im jeweiligen Land?

Einordnung der internen Prozesse und Infrastruktur der weiterbildenden Institution

  • Welche Werkzeuge und Infrastruktur nutzt der Anbieter?

  • Wie werden Inhalte ausgewählt, produziert und verteilt?

  • Findet die Einbeziehung von ICT in die Produktion in integrierter Weise statt?

  • Welche Themenbereiche decken die Inhalte ab?

Verhältnis des Weiterbildungsanbieter zur Zielgruppe

  • Welche Zielgruppen spricht der Weiterbildner v.a. an?

  • Gibt es Bestrebungen zur besonderen Förderung Benachteiligter?

  • Gibt es ICT orientierte Mindestanforderungen zur Teilnahme an Weiterbildung?

  • Wie erfasst der Weiterbildungsanbieter die Präferenzen der Zielgruppe?

  • In welcher Weise bekommt der Weiterbildungsanbieter Feedback durch die Zielgruppe?

  • Gibt es eine Form der ICT-basierten Fernnachbetreuung?

Verhältnis der Weiterbildungsanbieter zueinander

  • Existieren Kooperationen oder sonstige Vereinbarungen zwischen Anbietern und Regierungen?

  • Existieren vorhandene Weiterbildungs-Netzwerke?

  • Wie werden die eventuell vorhandene Netzwerke in die eigene Arbeit integriert?

  • Sind die Weiterbildungsanbieter eher dezentral oder zentral und verbandlich organisiert?

Ressourcen der Weiterbildungsanbieter

  • Welche ICT werden eingesetzt?

  • Wo wird ICT eingesetzt?

  • Entlang welcher pädagogischen Konzepte wird ICT eingesetzt?

  • Wie wird die integrierte Nutzung von ICT bei der Content Generierung gewährleistet?

  • Wie sind die Weiterbildungsanbieter miteinander verbunden?

  • Gibt es nachhaltige Wege der langfristigen Absicherung der Finanzierung?

  • Wie dezentral oder partizipativ werden Inhalte produziert und für die weitere Nutzung vorgehalten?

  • Werden Inhalte kollaborativ erstellt, genutzt und bewertet?

  • Sind die Methoden letztlich auf den Lernenden oder den Lehrenden zugeschnitten?

  • Wird eine Politik des offenen Zugangs zu den Bildungsinhalten verfolgt?

Entwicklungsperspektiven für den Weiterbildungsanbieter

  • Gibt es systematischen Support für die Lehrenden?

  • Gibt es systematische Fortbildung für die Lehrenden?

  • Wie sehen die internen Prozesse der Validierung offenen Contens aus?

  • Wird Zusammenarbeit mit Entwicklern von ICT befördert oder gewollt?

Nachhaltigkeit, Ergebnisse und Skalierbarkeit von Innovationen und ICT basierten Lernens

  • Wird die Relevanz der Ergebnisse ICT-basierten Lernens erfasst?

  • Wird eLearning durch spezielle Werkzeuge unterstützt?

  • Werden die Kompetenzen in nachhaltiger Weise aufgebaut?

  • Wie werden ICT-basierte Weiterbildungen mit der Offline-Welt kombiniert?

  • Wird die Wichtigkeit ICT-basierten Lernens in ihrem Land, Institution, Kollegenschaft erkannt?

  • Wird es wahrgenommen, dass es bei ICT-basierten Lernen nicht nur um Technik geht, sondern dass dies kulturelle Fragen betrifft?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung positiver oder auch kritischer Art und wollen versuchen, alle Anmerkungen entsprechend zu berücksichtigen, um am Ende ein Selbsteinschätzungs-Tool entwickeln zu können, das den Bedürfnissen der Weiterbildungsanbieter optimal entgegen kommt, somit nicht nur theoretisch fundiert sondern auch praxisnah anwendbar ist.