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Mehr Chancengerechtigkeit durch digitale Weiterbildung?

Präsentation und Diskussion beim Bochumer Kongress der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB)

Es klingt wie das Versprechen einer sozialen Revolution: Bildung, die überall via YouTube und Moocs verfügbar ist, kostenfrei oder zumindest für alle erschwinglich. Dazu noch spielerisch und adaptiv aufbereitet, so dass jeder Mensch in seinem Tempo mit Spaß lernen kann. Und bei der Arbeitsmarktintegration – zum Beispiel von Zugewanderten – helfen außerdem Badges und Microcredits, die im Beruf erworbenen Kompetenzen sichtbar zu machen. Warum werden diese Hoffnungen bislang enttäuscht? Was muss geschehen, damit die Digitalisierung nicht nur ihr ökonomisches, sondern auch ihr soziales Potenzial entfaltet? Danke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine spannende und engagierte Diskussion!



Kommentare

  1. / von Nordisch

    in DE steht der Praxis- und Betriebswahn dem doch schon vollkommen entgegen! Wie sollen da denn die Möglichkeiten entfaltet werden. Z.B. am College Syddanmark da kann man das Pflegestudium (Theorieanteile) online studieren und die Praxisphasen vermittelt die Hochschule, ideal für alleinerziehende Mütter, Berufstätige mit Berufswechselwunsch etc…. aber in DE will man sowas ja gar nicht als „Erstausbildung“ — weil das in DE alles immer praxis- und betriebsnah sein soll. Also nutzt man nicht die flexiblen Möglichkeiten.

    dass es dabei nur um die Theorieanteile geht, wird hier nicht mal verstanden, denn eigentlich ist egal, ob man die online lernt oder in Gruppen — aber in DE wohl nicht, da hier ja bestimmte Berufe rein als praxisnah verstanden werden.

    in anderen Bereichen ist es genauso — da haben andere Länder einfach mehr Offenheit bzw nimmt die Praxis da nicht die alleinige Hauptstellung ein.

    beschämend ist in DE auch der Punkt Teilzeitausbildung, meines Wissens bieten bundesweit nur 0,7% der Betriebe Teilzeitausbildung an, was dazu führt, dass Alleinerziehende dann ggf. lange arbeitslos und bildungsprogrammlos bleiben müssen – für solche Gruppen wäre onlinebildung für den theoretischen Teil ideal, denn den könnten sie so schon lernen — aber da ja in DE alles betriebsnah sein muss, wird das ja nicht akzeptiert…

    es gibt anderswo schon mehr Möglichkeiten online, Teilzeit oder Abends neue Berufe zu erlernen… wird es in DE nie geben können, ist nicht erwünscht. Dann würde ja der Betrieb fehlen, nach den Berufsschulen fragt in DE ja eh niemand. So hat der Berufsschullehrerverband selbst mal angeboten, man könnte ja auhc Umschulungen anbieten… wird auch nicht gemacht.

    in DE hat onlinebildung keine Chance. Es widerspricht einfach dem Berufsprinzip hier , das man meint, man lernt alles nur in der Praxis vor allem

  2. / von Nordisch

    „Ohne Abschluss keinen Anschluss – unsichtbare Kompetenzen bringen niemanden weiter“ — das ist doch das, was ich meine: den Weiterbildungskursen in DE fehlt im Vergleich oft die Abschlussrelevanz wie sie in anderen Ländern im Credit – Transfer besteht. Das heißt , alle Kurse zählen etwas und sind z.B. schon anrechenbar auf Hochschulstudiengänge wie anderswo bereits — z.B. in Dänemark, Schweden, Australien, Neuseeland und UK die Punkteschema für alle Kurse und alles ist anrechenbar und weiterführend — das ist weiterbildungsfreundlicher als das deutsche System und entsppricht auch den NQF der Länder.

    in DE ist bei vielen bildungsangeboten doch vollkommen unklar, ob man was davon hat. Kann man damit weiterlernen, ist das ein echter Abschluss… aus vielen Kursen könnte man so echte Abschlüsse machen die einen weiterbringen können, was wäre daran nicht weiterbildungsfreundlicher, als wenn man nur einen Teilnahmezettel bekommt.

    Level ISCED 5 fehlt in DE total, gibt es wohl nur in ganz, ganz wenigen Berufen bisher, z.B. bei Bosch einen Engineer oder IT Beruf eine Fachweiterbildung — und wo ist das sonst?

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