Blog „Aus- und Weiterbildung“

Verfasst von Clemens Wieland

Jugendarbeitslosigkeit in Europa: Je mehr Praxiserfahrung in der Ausbildung, desto besser die Jobchancen 1/3

Neue Studie des IPPR, London (Beitrag 1 von 3)

Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ist eine der größten Herausforderungen für Europa. Die meisten Nationalstaaten haben das Thema prioritär auf ihren Agenden und die Europäische Kommission proklamiert eine Jugendgarantie für Ausbildung oder Beschäftigung. Um wirkungsvoll zu intervenieren, brauchen wir aber ein differenziertes Verständnis der Ursachen von Jugendarbeitslosigkeit: Wie entsteht sie? Von welchen Faktoren wird sie beeinflusst? Spielen konjunkturelle und wirtschaftsstrukturelle Einflüsse die entscheidende Rolle, oder ist es die Flexibilität der Arbeitsmärkte? Eine aktuelle Studie des Institute of Public Policy Research geht auf empirischer Grundlage der Frage nach, wie sich in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Schweden und Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit entwickelt hat und von welchen Faktoren diese bestimmt wird. Die empirische Grundlage sind Daten des europäischen Statistikamtes Eurostat und der europäischen Arbeitskräfteerhebung (European Labour Force Survey).

Im Ergebnis wird deutlich, dass der Ausgestaltung der Ausbildungssysteme eine wesentliche Bedeutung zukommt: Je stärker Praxiserfahrungen in die Ausbildung integriert werden – ob nun auf formelle oder auf informelle Weise – desto besser sind die Übergangschancen der Absolventen in den Arbeitsmarkt. Das duale Ausbildungssystem deutscher Prägung schneidet einerseits sehr gut ab bei diesem Vergleich, denn die betriebliche Praxis ist ein integraler Bestandteil der Ausbildung. Andererseits zeigt ein genauerer Blick auch Probleme auf: Wer als junger Mensch seinen Weg in das deutsche Ausbildungssystem findet, hat zwar beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wem dies jedoch nicht gelingt, der hat schlechte Karten. Ohne Ausbildungsplatz ist die berufliche Zukunft düster für Jugendliche in Deutschland.

Die europäische Vergleichsstudie des britischen Institute for Public Policy Research (IPPR) in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung und dem schwedischen Gewerkschaftsbund Swedish Confederation of Professional Employees (TCO) basiert auf Daten des Europäischen Statistikamtes EUROSTAT und der europäischen Arbeitskräfteerhebung (European Labour Force Survey). Sie untersucht auf empirischer Basis Ausprägungen und Bestimmungsfaktoren von Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und Spanien.

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