Blog „Aus- und Weiterbildung“

Verfasst von Dr. Martin Noack

Privater Anteil an Weiterbildungskosten steigt

Die Weiterbildungsteilnahme stagniert seit ca. 20 Jahren und das bei steigendem Bedarf. Die Politik betont daher seit Jahren die Wichtigkeit des Lebenslangen Lernens. Umso mehr erstaunt: die öffentliche Weiterbildungsfinanzierung sinkt auf einen Tiefstand, während die öffentliche Hand in allen anderen Bildungsbereiche ihr Investment stark gesteigert hat.

Wenn man die Weiterbildungsausgaben genauer betrachtet, wird deutlich, dass der substantielle Rückzug der öffentlichen Hand aus der Weiterbildungsfinanzierung (-41 % in 17 Jahren) maßgeblich auf den Rückgang der Weiterbildungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) zurückzuführen ist. Die Daten zeigen auch, dass Weiterbildungsteilnehmer und Betriebe einspringen, um den Rückgang der öffentlichen Weiterbildungsfinanzierung zu kompensieren.

Kostenschere: Mehr private weniger öffentliche Ausgaben für WeiterbildungDie zunehmende Verlagerung der Weiterbildungskosten von der öffentlichen Hand zu Lasten der Privaten zeigt sich z. B. auch im Adult Education Survey (AES). So ist der Anteil der Weiterbildungsmaßnahmen, die durch die Teilnehmer mitfinanziert werden, zwischen 2007 und 2012 gewachsen: um 4 Prozent bei der privaten beruflichen Weiterbildung, um 28 Prozent bei der betrieblichen Weiterbildung. Noch stärker zeigt sich die Verlagerung der Kosten, wenn man die Summen betrachtet, die den Teilnehmenden bei diesen von ihnen (ko-)finanzierten Weiterbildungen entstanden sind. Bei der privaten beruflichen Weiterbildung stiegen die Ausgaben nämlich über die betrachteten fünf Jahre von 729 auf 890 Euro pro Weiterbildung, also um 22 Prozent. Bei der betrieblichen Weiterbildung war der Anstieg mit 26 Prozent (von 483 auf 610 Euro) sogar noch größer.

Weiterbildung: Immer öfter privat finanziert mit immer höheren Kosten
Wer bei dieser “Privatisierung” der Weiterbildungskosten auf der Strecke bleibt, erläutere ich anhand unserer aktuellen Studie in einem Video auf unserer Website sowie in meinem letzten Blogbeitrag zum Thema in den nächsten Wochen.

Over und Out.